Gazastreifen und Westjordanland
Hilfe und Hoffnung in der Not
Situationsreport
Das Jahr 2025 war für die Menschen im Gazastreifen und im Westjordanland geprägt von einer humanitären Katastrophe beispiellosen Ausmasses. Die anhaltenden Konflikte haben die Infrastruktur des Landes weitgehend zerstört. Im Gazastreifen liegen die meisten Gebäude in Trümmern, Krankenhäuser sind ausser Betrieb und die Versorgungsketten für Nahrungsmittel, Wasser und Medikamente sind massiv unterbrochen. Rund 90 % der über zwei Millionen Einwohner wurden mehrfach innerhalb des Gebiets aus aktiven Kampfzonen vertrieben und verloren dabei fast alles, was sie besassen.
Die Lage ist dramatisch und verschlechtert sich täglich. Es mangelt an allem Lebensnotwendigen: Trinkwasser, Essen, Obdach und sanitären Einrichtungen. Binnenflüchtlinge leben oft in überfüllten Zelten oder halbzerstörten Gebäuden ohne jegliche Privatsphäre und Sicherheit. Der Zugang zu humanitärer Hilfe ist durch politische Restriktionen und Sicherheitslagen extrem erschwert. Seit März 2025 wurden direkte Lieferwege für internationale Organisationen blockiert und es kamen auch im letzten Jahr viel zu wenige Hilfsgüter zu den Notleidenden.
Im wirtschaftlich stark beeinträchtigten Westjordanland ist die Situation ebenfalls prekär. Viele Familien haben durch den anhaltenden Krieg ihr ökonomisches Auskommen verloren und stehen ohne Job und soziales Netz da. Besonders betroffen sind diejenigen, die aus Gaza vertrieben wurden und im Westjordanland Zuflucht suchten, sowie lokale Familien, die durch die wirtschaftlichen Einbrüche in die Armut gerieten. Die psychische Belastung der Bevölkerung ist enorm: Trauer, Angst und Hoffnungslosigkeit prägen ihren Alltag. In diesem Umfeld ist die Arbeit von Anugerah nicht nur eine Frage der Überlebenssicherung, sondern ein Akt, der Menschlichkeit, Würde und Hoffnung zurückgibt.
1. Überlebenshilfe und Nahrungsmittelversorgung
Im schwierigen Jahr 2025 leistete der Verein Anugerah durch lokale Partner lebensnotwendige Hilfe für bedürftige Kriegsopfer. Die dringendste Aufgabe war die Sicherung des täglichen Überlebens. Anugerah konzentrierte sich im Jahr 2025 darauf, die ärmsten und sozial schwächsten Gruppen zu erreichen: Witwen, Waisen, Alleinstehende, Kranke und ältere Menschen, die oft vergessen werden. Durch die Zusammenarbeit mit lokalen Partnern, die trotz der Gefahren vor Ort bleiben, konnten regelmässig Essenspakete und warme Mahlzeiten an bedürftige Flüchtlingsfamilien an verschiedenen Orten im Gazastreifen ausgegeben werden.
Die Verteilungen orientierten sich an der aktuellen Not- und Sicherheitslage. Wo direkte Verteilungen unmöglich waren, wurden alternative Wege gefunden. Neben den Lebensmittelpaketen, die Grundnahrungsmittel wie Reis, Öl oder Mehl enthielten, wurden auch frische Mahlzeiten und spezielle Nahrung für Kinder und Schwangere bereitgestellt.
Im Westjordanland wurden ähnliche Massnahmen ergriffen, um die dort gestrandeten Kriegsopfer und die bedürftigen lokalen Familien zu unterstützen. Die direkte Nahrungsmittelhilfe war entscheidend, um für viele die akute Hungersnot abzuwenden und die Gesundheit vieler Betroffener zu stabilisieren.
2. Unterkunft für Geflüchtete
Da unzählige Familien ihr Zuhause verloren haben, war die Bereitstellung von Schutzräumen eine weitere wichtige Säule der geleisteten Hilfe. Geflüchteten, die kein Obdach hatten, wurden Unterkunftszelte zur Verfügung gestellt, die mit Matratzen, Decken und der nötigsten Koch- und Geschirrausstattung ausgerüstet waren. Diese Zelte boten Familien nicht nur Schutz vor Wettereinflüssen, sondern auch ein Minimum an Privatsphäre und Sicherheit.
Ebenso half der Verein Anugerah im palästinensischen Westjordanland mit Unterkünften, vor allem für die aus Gaza gestrandeten Kriegsopfer und für die besonders bedürftigen Familien, die aufgrund des andauernden Krieges ihr Einkommen verloren haben und ohne Job und soziales Netz auf sich allein gestellt blieben. Für Geflüchtete im Westjordanland konnte ausserdem eine grundlegende medizinische Versorgung sichergestellt werden.
3. Wasserversorgung und Basisinfrastruktur
Ein weiterer kritischer Aspekt war die Wasserversorgung. Täglich wurde das im Gazastreifen so kostbare Trinkwasser an Tausende von Binnenflüchtlingsfamilien verteilt. Um die Hygiene zu verbessern und die Ausbreitung von Krankheiten zu einzudämmen, wurden an mehreren Stellen WASH-Zentren (Wasser, Sanitär und Hygiene) eingerichtet. Dazu gehörten provisorische Camp-Duschen und Toiletten für die Zeltbewohner. Zudem wurden Solarstrom-Aufladestationen installiert, die es den Menschen ermöglichten, ihre Mobiltelefone zu laden – ein wichtiges Mittel zur Kommunikation mit Angehörigen und zur Information über die Sicherheitslage.
All diese Nothilfe-Massnahmen ermöglichten den kriegsgeplagten Bewohnern und notleidenden Binnenflüchtlingen im Gazastreifen und in der Westbank ein weiteres Überleben und die Wahrung ihrer Menschenwürde.
Projektfazit
Die von Anugerah unterstützten Projekte im Westjordanland und im Gazastreifen verliefen im herausfordernden Berichtsjahr 2025 mit grossem Einsatz und Erfolg. Trotz der extremen Sicherheitslagen, der logistischen Hindernisse und der politischen Restriktionen konnte lebensnotwendige Hilfe für mehr als 80’000 Kriegsnotleidende geleistet werden. Der Fokus lag stets auf den Ärmsten und sozial Schwächsten, deren Überleben ohne externe Hilfe kaum gesichert gewesen wäre.
Das Ziel der Hilfe von Anugerah ist immer, die Eigenständigkeit und Resilienz der lokalen Bevölkerung zu stärken sowie Hoffnung in der Krise zu vermitteln. Das Vertrauen auf lokale Personen und Organisationen hat sich bewährt. Die lokalen Mitarbeiter bringen eine Leidenschaft für ihr eigenes Land und ihre Mitmenschen mit. Sie kennen die Bedürfnisse der Menschen vor Ort, können Vertrauen mit den Begünstigten aufbauen und dort Hilfe leisten, wo es am dringendsten benötigt wird. Sie zeigten im letzten Jahr enormes Herzblut, das zum Erfolg der Projekte beitrug.
So dankt Anugerah allen Spendern, die die Hilfsprojekte durch ihre Unterstützung möglich gemacht haben. Ohne diese Solidarität wäre die umfassende Nothilfe von Anugerah nicht realisierbar gewesen.