Indonesien
Bildung für Menschen mit speziellen Bedürfnissen
Situationsreport
Ahmed hat seinen ersten Schultag – ein besonderer Moment für jedes Kind, doch für Ahmed und seine Familie ist es auch ein beunruhigender Tag. Ahmed ist 15 Jahre alt und war noch nie in der Schule. Wegen einer Behinderung ist er körperlich und geistig stark eingeschränkt und niemand dachte bisher, dass sich eine Schule bei ihm lohne.
Der Partner von Anugerah hatte in den letzten Jahren bei der Umsetzung der Projekte immer wieder Kontakt zu Familien, in denen Kinder oder auch Erwachsene mit Behinderungen leben. In vielen Familien werden diese Menschen liebevoll nach ihren Möglichkeiten versorgt und gepflegt. Für eine gezielte Förderung fehlt aber das nötige Wissen, die Zeit und auch das Verständnis. Im Jahr 2025 wurden nun erste Schritte unternommen, um solche Familien gezielt zu unterstützen.
In einer ersten Phase wird vor allem eine Bestandesaufnahme gemacht: Wo gibt es Menschen mit speziellen Bedürfnissen und wie werden diese bisher gepflegt und gefördert? Andererseits wird abgeklärt, welche Angebote und Hilfsmittel bereits bestehen und wie diese genutzt werden können. Auf diesen Grundlagen will der Partner dann das weitere Vorgehen planen und mögliche Massnahmen prüfen.
Bei Ahmed konnte der Partner bereits helfen. Die Familie ist dem Partner seit Jahren bekannt und er hat eine gute Beziehung zu ihnen aufgebaut. Bei den Abklärungen lernte er in der Nähe ein Spezialschule kennen, die für Jugendliche wie Ahmed passende Therapien anbietet. Die Schule erklärte sich bereit, Ahmed einmal in der Woche für einen Tag zu unterrichten und ihn so zu fördern.
Neben diesem neuen Arbeitsbereich hat der Partner im Berichtsjahr auch die anderen Programme weitergeführt. In der Vorschule werden 85 Kinder unterrichtet, Familien werden bei der Beschaffung von offiziellen Dokumenten unterstützt, Kranke und Verletzte werden bei medizinischen Problemen unterstützt und begleitet.
Das Mentorenprogramm für Jugendliche hat inzwischen über 70 Teilnehmer. Die Jugendlichen kommen aus armen Familien und haben kaum ein Selbstwertgefühl oder Zukunftsperspektiven. Das Mentorenprogramm versucht diese negative Denkweise zu durchbrechen und den jungen Menschen aufzuzeigen, dass sie das Potential haben, zu lernen und zu arbeiten, und dass ihre negative Vergangenheit nicht ihre Identität bestimmen muss. Einige der Jugendlichen sind bereits seit 10 Jahren im Programm dabei und haben inzwischen ihr Studium abgeschlossen und eine Arbeit gefunden. Sie sind jetzt als Leiter der Mentorengruppen dabei und prägen andere Jugendliche weiter.
Im Berichtsjahr wurden keine Zahlungen an den Partner gemacht. Es wurden noch Beiträge aus dem Vorjahr eingesetzt. Für das neue Jahr ist eine Unterstützung der Partner in Indonesien wieder vorgesehen.